Ausbildung
Dachdecker lernst du in drei, Klempner in dreieinhalb Jahren. Frag beim Ausbildungsbetrieb, welchen Schwerpunkt er ausbildet. Ein Betrieb mit viel Flachdacharbeit bereitet anders vor als einer, der vor allem Steildächer deckt oder Reetdächer baut. Ein Schnuppertag zeigt dir, ob dir Höhe und Wetter liegen.
Als Helfer einsteigen
Viele Betriebe suchen Helfer für Dach, Klempnerei und Photovoltaik. Ohne Abschluss giltst du beim Branchenmindestlohn als ungelernt. Wenn du dauerhaft fachlich qualifizierte Dachdeckerarbeiten ausführst, kann die höhere Stufe gelten. Nach viereinhalb Jahren Berufstätigkeit, dem Eineinhalbfachen der Ausbildungsdauer, kannst du dich zur Gesellenprüfung als Dachdecker anmelden. Für Klempner sind es fünf Jahre und drei Monate.
Worauf Dachbetriebe achten
- Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit
- Führerschein Klasse B, gern BE für Anhänger mit Material
- Nachweise über Unterweisungen zu Absturzsicherung und Gerüsten
- Erfahrung mit bestimmten Materialien oder Systemen, etwa Bitumen, Kunststoffbahnen oder Stehfalz
Nenne in der Bewerbung konkret, welche Dacharten du kennst. Ein Satz wie drei Jahre Flachdachabdichtung mit Kunststoffbahnen sagt einem Betrieb mehr als ein allgemeines Kompetenzprofil.
Sicherheit auf dem Dach
Arbeiten in der Höhe erfordern Disziplin. Betriebe achten darauf, dass Absturzsicherungen, Gerüste und Leitern richtig genutzt werden. Zeig im Gespräch, dass dir das wichtig ist, und frag nach der Ausstattung mit Auffanggurten, Seitenschutz und Hubgeräten. Wer bereits Sicherheitsunterweisungen oder Erste-Hilfe-Kurse absolviert hat, sollte die Nachweise beilegen.
Klempnerarbeiten als eigener Weg
Wer lieber mit Blech als mit Ziegeln arbeitet, findet mit der Klempnerausbildung einen eigenen Weg. Klempner fertigen Dachrinnen, Verwahrungen und Metallfassaden, oft vorgefertigt in der Werkstatt. Dachdeckerbetriebe mit eigener Klempnerei bieten beide Ausbildungen an. Frag im Betrieb, ob du in beide Bereiche hineinschnuppern kannst.
Ausbildung in Teilzeit
Die Ausbildung ist auch in Teilzeit möglich, wenn Betrieb und Auszubildende das vereinbaren, zum Beispiel wegen Kinderbetreuung. Die Dauer verlängert sich dann entsprechend. Sprich das offen an, gerade kleinere Dachdeckerbetriebe sind oft flexibel.
Später: Meister, Verkauf oder Beratung
Mit der Meisterprüfung kannst du einen eigenen Dachdeckerbetrieb gründen. Das Aufstiegs-BAföG fördert Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Mit Erfahrung öffnen sich auch Stellen in Verkauf und Beratung bei Baustoffhändlern und Herstellern.
Wer nach der Gesellenprüfung Erfahrung in mehreren Schwerpunkten sammelt, etwa Steildach und Abdichtung, ist für Betriebe besonders vielseitig einsetzbar.